Dienstag, 25. April 2017

Soll ich jetzt die Korken knallen lassen?

Ich bin unsicher. Aber eigentlich hab' ich voll die gute Nachricht. Ich bin offiziell keine Borderlinerin mehr.
Nur schwer depressiv und traumatisiert, aber kein Borderliner. Ich sei eine "ganz ganz starke Frau" und "clever", sagte die Psychologin. Wie nett.

Joa. Tschüss, Wort mit "B."
Hallo, neuer Lebensabschnitt. Bist herzlich willkommen.

Sonntag, 23. April 2017

Ein Stück Normalität

Wir waren mit Freunden bei Kaffee&Kuchen. Nebenbei habe ich mal erwähnt, dass ich gerade auf der „Krisenstation“ sitze und auf Fortführung meiner Reha warte.

Das Wort mit „B.“ habe ich wieder nicht erwähnt. Lange Pulloverärmel verdecken die Narben an meinen Armen. Es wird bald wieder Sommer und dann muss ich mir was einfallen lassen. Entweder zu den Narben stehen oder wieder lange Ärmel bei der sengenden Hitze tragen. Morgen muss ich zur Agentur für Arbeit, für die Zeit in der Klinik sollte auch wieder irgendwo Geld herkommen und ob das dann auch was wird... Alles wieder ungewiss. Hab' diesen Wahnsinn so satt.

Ein Stück Normalität. Kuchen, Kaffee und Lachen, so gut es geht.
Ohne eine "die immer lacht"- Episode à la Kerstin Ott daraus zu machen.

Tat gut.

Samstag, 22. April 2017

Laborratte

Arzt: "Ich hab' das Abilify abgesetzt. Ich will sehen, wie Sie reagieren, wenn Sie das nicht nehmen."

Nicht dass ich was dagegen hab', wenn mal was weg kommt von dem Zeug, aber... Ernsthaft?! Ich seh' den drei Wochen nicht, er hängt meistens hinter seinem Schreibtisch und lässt sich lieber berichten, als selber mit dem Patienten zu sprechen, und jetzt will er halt mal zugucken, was passiert??

Bin ich eigentlich 'ne verfickte Laborratte, oder was?!

PS: Die "echten" Laborratten tun mir furchtbar leid

Donnerstag, 13. April 2017

Lockere Schrauben

"Was ist das? Da liegt 'ne Schraube. Die geb' ich mal lieber bei der Pflege ab, nicht dass sich noch jemand damit ritzt."

Man wird halt täglich daran erinnert, wo man ist.

Mittwoch, 12. April 2017

Schokobrötchen

J. seufzt: "Ich hab' schon wieder so Hunger."

"Nutella-Brötchen?"

"Ja, genau! Da hätt' ich jetzt so Bock drauf. Eigentlich könnte ich es mir leisten, hab' zwei Kilo abgenommen."

"Dann mach dir doch eins."

"Ja, das mach ich jetzt."

Sie schmiert sich glückselig ihr Brötchen.

"Gestern hatte ich auch eins, ich war so zufrieden danach."

Hr. D. kann sagen, was er will, aber Schokolade macht doch glücklich. Beweisführung siehe oben.

Montag, 10. April 2017

Tell me more, tell me more... Uff

Meine Zimmernachbarin ist heute früh entlassen worden und um elf war schon eine Neue da. Nix mit Ruhe.

Auf meine Frage, ob sie gut angekommen sei, antwortet sie, sie sei wegen Selbstgefährdung da. Sie sagt es in so einem komischen friedlichen Ton. Aha. Steht auf meiner Stirn neuerdings eigentlich, dass ich mehr hören will? Ein Hallo, etwas hilfloser Smalltalk, und schon hab ich die Lebensgeschichte an der Backe. Und das sind hier keine Peanuts.

Sie endet damit, dass sie gar nicht hier sein und nie wieder kommen will. Alles klar. Sie hat schmutzige Socken und müffelt nach Schweiß.

Hätte nix dagegen, wenn sie bald wieder geht. Aber dann steht eh schon wieder die Nächste auf der Matte :-(

Suche "Mitbewohnerin", ruhig, nicht gesprächig und mit einwandfreier Körperhygiene.

Bewerbungen an die Eremitin@Krisenstation.Ich willmeineRuheHimmelsapperlottnochmal.de

Sonntag, 9. April 2017

Frauenfilm?

An der Kinokasse.

"Zwei Mal Fifty Shades of Grey."

Schweigen. Er ist nicht ganz freiwillig mit rein gegangen.

Erst als Christian Grey Ms.Steel die Füße auseinander kettet beugt er sich vor und flüstert: "Dafür versohl' ich dir nachher den Hintern."

Grins.