Mittwoch, 23. November 2016

Umarmt

"Toll, dass du andere umarmen kannst", sagt P.

"Kannst du nicht?"

"Ne. Will ich nicht."

Will sie es vielleicht doch? Kompliziert, die Frau. Aber das sage gerade ich.

Und dann werde ich plötzlich umarmt. Ohne Vorwarnung. Die Aufregung schießt in Lichtgeschwindigkeit durch meinen Körper, in alle Richtungen, bis in den Scheitel, in die Finger, durch den Magen und bis runter in die Fußspitzen. Erstarrung. Boah...

Bis mein Alarmsystem Entwarnung gibt: Alles ok. Netter Mensch. Meint es gut.
Und sich meine Arme heben und ich zurück drücke.
Was ich bis zu diesen Schrecksekunden mitgemacht habe, ahnt der Gegenüber vermutlich nicht einmal.

Komplizierter Scheiß. Echt jetzt.

Kommentare:

  1. Mich erinnert das an den Dezember 2008; an eine Stunde in der Klinik, in der sich innerhalb einer Patientengruppe zweie finden sollten, die durch ein imaginäres Gummiband verbunden seien. Nähe-Distanz-Übung vermutlich.
    Nicht nur, dass ich es generell nicht haben kann, wenn fremde Menschen mir zu nah kommen - Herr Blau und ich steckten zu dem Zeitpunkt auch in einer "Wir wollen uns trennen"-Krise und ich hatte echt mit mir selber zu tun.
    Die andere Frau hat geweint, weil ich immer versucht hab, von ihr wegzukommen, meine Ruhe haben zu wollen, und sie sagte, dass genau dieses Weggehen IHR Thema sei. Sie wolle Nähe und bekäme sie nicht, weil die anderen bzw. vermutlich ihr Lebenspartner ihr ausweichen..
    Schwierig, dieses Thema. Sie tat mir leid, aber ich konnts einfach nicht zulassen.

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    1. Danke für den schönen Kommentar Helma ♥
      Diese beiden Seiten kenne ich auch sehr gut...

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