Freitag, 2. Februar 2018

Ich leb' auch noch (glaub' ich)

Schnüff. Da liegt es brach da, mein Blog-Baby. Und Blog-Baby Nr. 2. Warum hab' ich damals eigentlich die Eremitin verrammelt? Hm. Ah, jetzt weiß ich es wieder. Ne, war doof. Aber is' jetzt halt so.

Hm, manchmal les' ich so, vom Leben der anderen. Und denk mir so, ich wüsste gerade gar nicht, was ich groß erzählen soll. Geschichten from inside the Schlafzimmer stell' ich nicht so gern online. Nicht, dass ich es nicht gerne mal bei anderen mitlese. Aber von mir selber..

Psychisch passiert schon so Einiges, ist aber grad' so unausgegoren. So eine ungreifbare wabernde Masse in meinen neuronalen und sonstigen emotionalen Windungen und Verschraubungen.

Und der "Rest"- der ist einfach so langweilig. Zum Beispiel geht das Kugellager an der Waschmaschine kaputt. Ich hab' 'nen hübschen neuen Pulli, juhe. Mein Kater hat gestern 'nen Haarballen gekotzt und ich bin drauf ausgerutscht. Und neuerdings quatsch ich auch mit einsamen Vögeln. Da stand heute so einer, im hinteren Teil einer Blumenhandlung. Ganz allein in einem Käfig.
Keine Ahnung, was er da überhaupt sollte. Er schrie immer wieder durch den Laden und jeder ignorierte ihn. Ich hab' mit ihm geredet, in einer ganz freundlichen bubu-Babysprache. So ganz alleine da eingesperrt. Hat niemand verdient sowas.
Er guckte mich an und rutschte auf seiner Sitzstange hin und her. Als ich ging, fing er wieder an zu schreien.

Manchmal möchte ich die Tierhalter am Nacken packen und sie mit Schmackes gegen den Käfig schlagen oder sie mit ihren Futterdosen bewerfen. Nein, ich bin auch nicht perfekt. Aber manchmal tut's einfach (zu sehr) weh.

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Letzte Woche hatte mich dann die Grippe erwischt, da hörte ich schon fast die Englein singen. War aber nur das Geplärre aus dem Fernseher. Die ersten zwei Tage konnte ich nur unter größter Mühe aufstehen. Ich konnte nichts bei mir behalten. Sogar Wasser hätte ich gekotzt. Und dieses Scheiß Fieber. Eine gute Gelegenheit für einen Nikotin- und Koffeinentzug. Kurz vor Ausbruch knirschte ich des Nachts so heftig mit den Zähnen, dass mir eine Zahnfüllung zerplatzte. Und das bei meiner Zahnarztphobie. "Weißt du Gott", murmelte ich innerlich, während ich zusätzlich mit meiner borderline-typischen Anspannung kämpfte, während der Schlafanzug ganz ekelhaft an meinem fieberheißen Körper klebte, "du musst mich schon sehr hassen."
Er antwortete nicht, aber nach der Grippe fühlte ich mich so richtig super entgiftet. Als hätte alles meinen Körper verlassen, was da nicht hingehörte.

Zeit, Decken und Co. durchzuwaschen. Da begann die Waschmine ein Getöse zu veranstalten, als wollte sie gleich durch die Decke brechen. "Ich glaub', das Kugellager kommt so langsam", sachte der Freund. Hmpf.

Wenn man die Gummimatte unter der Waschmine weglässt, dann "läuft" sie durch den Raum, wenn sie schleudert. Das sieht sehr lustig aus, wenn man dabei auf dem Klo hockt. Dann guckt man direkt in ihr schleuderndes "Auge" und wie sie immer näher kommt.

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Geburtstag hatte ich auch. Halbrund. "Aber dieses Jahr musst' du mal wieder feiern", sachte der Freund. Irgendwie wollte ich ja, aber... Na ja, Gründe. Trotzdem schön, dass man nicht vergessen wird. Sogar Blümchen hatte man vor der Haustür abgestellt, weil ich nicht da war.

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Ich war nämlich geflüchtet, nach Berlin. Das hatte sich so ergeben, weil der Freund parallel zu meinem Geburtstag dort eine wichtige Tagung hatte. "Hm, ja, der Termin is' ja schon blöd, dann bin ich an deinem Geburtstag gar nicht da. ... Willst du mit?"

Da hatte ich dann nicht lange überlegen müssen!

Auch wenn das "Gerücht" (oder die Tatsache?) kursiert, dass (manche?) Berliner gar keine Schwaben mögen. Die Sache mit dem Prenzlauer Berg und so. Na ja, so ein typischer Schwabe bin ich ja nicht. Und dann sag ich halt Schrippe, und Bulette, und Pfannkuchen. Statt Berliner.

Nach der Rückkehr von der großen Stadt in die ländliche Provinz kommt mir auf einmal alles so winzig und bedeutungslos vor. Musste mich erst mal daran erinnern, worum ich eigentlich hier lebe und nicht in einer großen Stadt.

Meine Abschiedsbegegnung war ein Typ am Berliner Hbf, der mich nach Geld gefragt hatte. Hatte wirklich nichts mehr bei gehabt. Schüttelte nur den Kopf. "Oh, bitte!" sagte er. Ich sagte mehrmals, dass ich nichts hätte. Glaubte er irgendwie nicht. Dann wollte er eine Zigarette, die gab ich ihm. Er steckte sie ein, ohne Danke zu sagen. Dann wollte er noch einen Kaugummi. Hatte ich auch nicht.
Er zog grummelnd weiter, mit einem Blick, als würde er mir tausend Plagen an den Hals wünschen.
(Die hab' ich gefühlt zwar schon an den Hacken, aber man weiß ja nie.)

Dann blieb er vor dem Nächsten stehen, fragte nach Geld, nur einmal. Der schüttelte den Kopf. Er zog weiter, ohne den Terz zu machen, den er bei mir aufgeführt hatte. Er fragte ihn nicht mal nach einer Zigarette, obwohl er rauchte. Mir klappte fast die Kinnlade runter.

Hätte ihn fragen sollen, wie er das gemacht hat.

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Heute hab' ich den zigtausendsten negativen Schwangerschaftstest in den Müll geworfen.
Mittlerweile tut's nicht mehr ganz so weh wie am Anfang, als ich es so unbedingt wollte.
Jetzt will ich es auch noch, aber man gewöhnt sich halt an schlechte Nachrichten.

Irgendwann wird das alles mal Sinn machen, hoffe ich.
Dann macht es "knick knack", und die ganzen Scherben um mich herum setzen sich mit einem irrsinnig lauten Scheppern zu einem großen, ganzen, absolut stimmigen und sinngebenden Bild zusammen, vor dem ich staunend stehe und raune: "AAAACH SOOO... Ja, du meine Güte!! Jetzt seh' ich das erst! SOO war das gemeint, und so! JETZT ergibt das alles einen SINN!! Und ich hab' das nicht gesehen! Was war ich blind, ich kleiner Mensch ich!"

Na ja. Vielleicht mach' ich auch nur die Büchse der Pandora auf, und heraus kommt ein Furz, und das war's, damit muss ich mich dann zufrieden geben. Fragen hin oder her.

Und 'ne Bildungslücke hab' ich gestopft. Jetzt weiß ich endlich, wie der Fuchs macht.
(Ne, ich wusste ich es tatsächlich nicht.)



Ist noch jemand hier? Das tät' mich echt freuen. Müsst auch nichts sagen. Fühlt euch einfach nur gedrückt, unbekannterweise.
War das zu viel? Sorry. Bin grad so voller Liebe. Vielleicht sind's auch nur die Hormone.

Nachti und Gruß,

die Eremitin

Kommentare:

  1. Sie lebt! Juchuu!
    Ich finde nicht, dass dein Leben langweilig ist. Von der Katzenkotze würde ich eigentlich gerne mehr lesen. Als Katzenhalterin kenne ich sowas ja auch nur zu gut und leide (lache) gerne mit.

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    1. *strahl und zuwink* :-)
      Dann mal demnächst Kater-Content :-)

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  2. Liebe Eremitin, natürlich sind wir da :) Und bleibens auch. Und ne, mir wars nicht zuviel. War ja auch viel zu lange ruhig hier.

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  3. Ja, komme noch ab und an vorbei...

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  4. Ich weiß zwar nicht, ob's interessiert, aber ich bin hier.

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  5. Liebe Eremitin, ich bin eigentlich nur eine stille (aber begeisterte) Leserin, aber heute möchte ich mal Rückmeldung geben. Ich lese Ihren Blog sehr gerne, weil so ist das Leben, hoch und runter, oft auch bei mir sehr runter. Aber die Erfahrung hat mich gelehrt, das oft auch das allerschlimmste für etwas gut ist. Nur erkennt man es meistens erst mit zeitlichem und emotionalem Abstand.
    Wenn alle Stricke reissen, ist mein Motto: Auch das geht vorüber!
    Liebe Grüße und alles Gute
    Heike-Andrea

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    1. Liebe Heike-Andrea, ganz ganz herzlichen Dank für die Rückmeldung, das hat mich sehr gefreut ♥ ich weiß, wie das ist, wenn man lieber stillmitliest, aber dann doch mal etwas schreibt ♥
      Das ist ein sehr wichtiger Tipp für einen Bordi... Man denkt immer gleich, das bleibt jetzt so und geht nicht vorbei.. Aber letztlich geht es doch vorüber. Danke!
      Viele liebe Grüße!

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  6. Jepp, ich auch! Lese gerne was du schreibst . . .

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    1. Danke schön Anne :-* ♥
      Ich lese dich auch sehr gerne! In letzter Zeit meistens still. Gelobe Besserung!

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    2. :) bin ja auch auf meinen Blogbesuchen vielerorts zu einer stillen Leserin geworden. Manchmal zu müd zum Kommentieren, manchmal die Worte nicht findend, manchmal ratlos oder betroffen oder sonstwas. Wobei Blogs eigentlich definitiv vom Austausch leben. Hmpf ... such is life!

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